Die Wahl der Rechtsform fĂŒr die Zahnarztpraxis: Wichtige Vor- und Nachteile

Inhaltsverzeichnis

 

SeminarĂŒbersicht

 

Welche Rechtsform der Zahnarztpraxis ist die richtige fĂŒr mich?

Ob PraxisgrĂŒndung, PraxisĂŒbernahme oder Praxisumstrukturierung. Jeder Zahnarzt stellt sich mindestens ein Mal im Berufsleben Fragen zur Wahl der Rechtform bzw. der Praxisstruktur.

Will ich meinen Beruf allein oder gemeinsam ausĂŒben? Und Welche Praxis- bzw. Rechtsform ist dafĂŒr die beste?

Auf diese Frage gibt es keine richtige Antwort. Die eigene Persönlichkeit und die Vorstellung der idealen Praxisstruktur und Arbeitsweise sind die maßgebenden Faktoren fĂŒr diese Entscheidung. Es ist richtig, dass der aktuelle Trend dahin zeigt, dass immer mehr ZahnĂ€rzte zusammen mit Kollegen tĂ€tig sein wollen. Die altgediente Einzelpraxis wird dennoch nicht aussterben. Denn ein Teil der Zahnmediziner wird weiterhin den Weg der alleinigen Inhaberschaft einer Praxis bevorzugen.

Durch gute strategische Beratung unter BerĂŒcksichtigung der bestehenden Praxisstruktur, der persönlichen Vorstellungen des Zahnarztes und einer angemessenen Risiko- und NutzenabwĂ€gung finden wir mit Ihnen die ideale Praxis- bzw. Rechtsform der Zahnarztpraxis.

 

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Rechtsform Zahnarztpraxis – Einzelpraxis, auch allein bin ich erfolgreich

In der Einzelpraxis hat ein Zahnarzt die vollstĂ€ndige Verantwortung, er ist sozusagen Inhaber und „GeschĂ€ftsfĂŒhrer“ in einer Person. Er praktiziert wirtschaftlich und organisatorisch selbststĂ€ndig in eigener freier Praxis. Der Behandlungsvertrag des Patienten wird mit dieser Einzelpraxis und ihm als Zahnarzt geschlossen. Ihm gehören nach Abzug der Praxiskosten, die erzielten Gewinne der Praxis.

Diese Praxis- bzw. Rechtsform bietet dem Zahnarzt die grĂ¶ĂŸtmögliche Handlungsfreiheit. Denn als alleiniger Inhaber und „GeschĂ€ftsfĂŒhrer“ hat man die alleinige Entscheidungskompetenz. FĂŒr einen Teil der ZahnĂ€rzte ist dieser Aspekt bei der BerufsausĂŒbung besonders wichtig. Oft besteht die Sorge, dass man sich in einer Gemeinschaft mit den anderen Kollegen nicht verstehen könnte oder unterschiedliche Zielvorstellungen hat. Dies ist ein hĂ€ufiger Grund sich– zumindest zu Beginn der SelbststĂ€ndigkeit – in Einzelpraxis niederzulassen.

Wir beraten Sie gerne zu den Vor- und Nachteilen einer Einzelpraxis.

 

Rechtsform Zahnarztpraxis – BerufsausĂŒbungsgemeinschaft, gemeinsam sind wir stark

Ein Großteil der ZahnĂ€rzte wĂŒnscht sich hingegen eine Praxisstruktur, in der die unternehmerische Verantwortung fĂŒr die Praxis auf mehrere Schultern verteilt ist. Die Wahl der Rechtform bzw. Kooperation fĂ€llt daher oft auf den Klassiker der gemeinsamen TĂ€tigkeit, die BerufsausĂŒbungsgemeinschaft, sogenannte „BAG“ (vormals „Gemeinschaftspraxis“ genannt).

Es handelt sich um eine „echte“ Partnerschaft von mindestens zwei Gesellschaftern. Der Behandlungsvertrag des Patienten wird mit der Gemeinschaft und nicht dem einzelnen Zahnarzt bzw. einem einzelnen Gesellschafter geschlossen. Es existiert ein gemeinsamer Patientenstamm, es erfolgt eine gemeinsame Abrechnung und es besteht gemeinsames Personal. Die von allen ZahnĂ€rzten bzw. Gesellschaftern erzielten Einnahmen, sind Einnahmen der Gesellschaft, die nach Abzug der gesamten Praxiskosten unter den Gesellschaftern verteilt werden. Grundlage dieser Rechtform ist ein Gesellschaftsvertrag, der das VerhĂ€ltnis der Gesellschafter untereinander und nach außen regelt. Darin werden insbesondere die Aspekte der Verteilung des Gewinns, Urlaub- und Vertretung, die Aufnahme neuer Gesellschafter sowie die Voraussetzungen und die Folgen eines Ausscheidens eines Partners geregelt.

Die BAG kann fachĂŒbergreifend und auch standortĂŒbergreifend (â€žĂŒberörtliche BAG“) betrieben werden. Die ĂŒberörtliche BAG zeichnet sich dadurch aus, dass es mehrere Praxisstandorte gibt, an denen Partner der Gesellschafter und ggf. auch angestellte ZahnĂ€rzte arbeiten. Besonders ist dabei, dass Partner und angestellte ZahnĂ€rzte an jedem Standort arbeiten dĂŒrfen; sie mĂŒssen nur den ĂŒberwiegenden Teil ihrer Leistungen an dem Standort ausĂŒben, an dem ihr Kassensitz verortet ist. Ein Praxissitz muss als HauptbetriebsstĂ€tte der BAG deklariert werden.

In der Regel wird  bei der BAG als Rechtsform der Zahnarztpraxis die Gesellschaft bĂŒrgerlichen Rechts, sogenannte „GbR“ gewĂ€hlt. Sie ist die einfachste Rechtsform einer Gemeinschaft, ohne große formale HĂŒrden. Alternativ ist auch eine  Partnerschaftsgesellschaft möglich, in der insbesondere das Thema der Verteilung der Haftung nach außen und unter den Gesellschaftern anders als in der GbR geregelt ist.

 

Weitere Vorteile und Nachteile einer BAG

Weitere Vorteile der BAG sind, dass jeder Gesellschafter seine StĂ€rken einbringen und mögliche SchwĂ€chen ausgeglichen werden können. Es kann eine Verteilung aller organisatorischen Aufgaben, wie z.B. PersonalfĂŒhrung, Korrespondenz mit KZV etc. auf unterschiedliche Gesellschafter erfolgen. BAG’s haben in der Regel höhere UmsĂ€tze und geringere Kostenquoten. Ein Praxisanteil einer BAG ist beim Verkauf in der Regel mehr wert als eine Einzelpraxis. Die Chance einen Nachfolger zu finden ist grĂ¶ĂŸer, da viele ZahnĂ€rzte gerade eine BAG und  keine Einzelpraxis suchen. Die Praxis kann unabhĂ€ngig vom Urlaub eines Gesellschafters stetig offen bleiben. In der BAG ist es auch möglich, einen Gesellschafter zu einer Art „GeschĂ€ftsfĂŒhrer“ zu ernennen, der die Gemeinschaft in bestimmten Angelegenheiten allein nach außen vertreten darf.

Die Nachteile einer BAG mĂŒssen in der AbwĂ€gung der Entscheidung auch berĂŒcksichtigt werden. Bei wichtigen Entscheidungen ist ein Konsens unter den Gesellschaftern notwendig. Grundsatzentscheidungen sollten nur einstimmig getroffen werden können, z.B. Aufnahme eines neuen Gesellschafters. Es besteht das Risiko, dass man sich mit dem oder den Gesellschaftern nicht versteht, sowohl in zahnĂ€rztlicher als auch unternehmerischer Hinsicht. Es können unterschiedliche Vorstellung der Ziele und der Wege zum Ziel be- bzw. entstehen.

Mit unserer langjĂ€hrigen Erfahrung beraten wir Sie gerne dazu, ob eine BAG das Richtige fĂŒr Sie ist.

 

SeminarĂŒbersicht

 

Rechtsform Zahnarztpraxis – Praxisgemeinschaft, allein und doch Teil einer Gemeinschaft

FĂŒr diejenigen, die die EigenstĂ€ndigkeit ihrer Praxis wahren und einzelne Vorteile einer Gemeinschaft nutzen wollen, gibt es die Praxisgemeinschaft, sogenannte „PG“. Eine Praxisgemeinschaft stellt eine reine Organisations- und Kostengemeinschaft unter mehreren eigenstĂ€ndigen Zahnarztpraxen dar. Konkret bedeutet dies, dass ein Zahnarzt eine Einzelpraxis fĂŒhrt, sich aber mit anderen zahnĂ€rztlichen Kollegen RĂ€ume, GerĂ€te, Inventar und gegebenenfalls Personal teilt. Hierdurch können Kosten der eigenen Praxis reduziert werden.

Die Zahnarztpraxis hat – trotz Beteiligung an der Praxisgemeinschaft – einen eigenen Patientenstamm, eine eigene Abrechnung und eigene Einnahmen.  In der Praxisgemeinschaft hingegen werden keine Einnahmen erzielt, nur Organisation und Kosten geteilt. Die Praxisgemeinschaft hat als Rechtsform in der Regel die GbR. Auch hier sollte ein Gesellschaftsvertrag zwischen den beteiligten Zahnarztpraxen bzw. Gesellschaftern geschlossen werden, der die Rechte und Pflichten regelt.

Vorteile der PG sind, dass man durch die Nutzung gemeinsamer Ressourcen die eigenen Kosten senken kann. Man behĂ€lt weiterhin die vollstĂ€ndige Hoheit ĂŒber die eigene Zahnarztpraxis. Die PG ist allerdings keine richtige Partnerschaft, in der die Vorteile der BAG und der einzelnen Gesellschafter genutzt werden können. In der PG muss es eine klare Trennung der jeweiligen Praxen geben, insbesondere im Hinblick auf den Datenschutz. Der Patient muss zudem zu jedem Zeitpunkt wissen, in welcher Praxis er sich befindet. Dementsprechend hat man oftmals einen höheren organisatorischen Aufwand.

Was Sie bei einer Praxisgemeinschaft weiter beachten mĂŒssen, klĂ€ren wir gerne in einer persönlichen Beratung mit Ihnen.

 

Rechtsform Zahnarztpraxis – Medizinisches Versorgungszentrum, Fluch oder Segen, oder beides?

Neben den vorgenannten klassischen Möglichkeiten, kann eine Zahnarztpraxis auch als Medizinisches Versorgungszentrum („MVZ“) gefĂŒhrt werden. Ein MVZ ist eine besondere Rechtsform im Sinne des Systems der gesetzlichen Krankenversicherung. Es kann nur von einem im Gesetz festgelegten Numerus clausus von Personen und Institutionen gegrĂŒndet werden. So kommen beispielsweise zugelassene VertragszahnĂ€rzte, VertragsĂ€rzte, zugelassene KrankenhĂ€user oder Kommunen als GrĂŒnder infrage.

Das MVZ erhĂ€lt eine eigene Zulassung, ist also selbst vertragsĂ€rztlicher Leistungserbringer und nimmt neben den „normalen“ niedergelassenen ZahnĂ€rzten an der vertragsĂ€rztlichen Versorgung teil. Der Behandlungsvertrag des Patienten wird mit dem MVZ geschlossen. In einem MVZ mĂŒssen mindestens zwei ZahnĂ€rzte auf mindestens zwei hĂ€lftigen vertragsĂ€rztlichen VersorgungsauftrĂ€gen (jeweils Faktor 0,5) tĂ€tig sein. Eine BeschrĂ€nkung der Anzahl der Ärzte, die in einem MVZ beschĂ€ftigt sein dĂŒrfen, gibt es im Gegensatz zur Einzelpraxis und im Gegensatz zur BAG nicht.

Jedes MVZ benötigt einen zahnĂ€rztlichen Leiter, der die medizinisch-fachliche Leitung ĂŒbernimmt, die Abrechnungen des MVZ unterschreibt und fĂŒr deren OrdnungsmĂ€ĂŸigkeit verantwortlich ist. Ein MVZ kann als GbR, Partnerschaftsgesellschaft, Gesellschaft mit beschrĂ€nkter Haftung („GmbH“), Genossenschaft oder als öffentlich-rechtliche Rechtsform gefĂŒhrt werden. GĂ€ngigste Rechtsformen sind die GbR und die GmbH. Die meisten MVZ wurden bzw. werden entweder von KrankenhĂ€usern in der Rechtsform der GmbH oder von VertragszahnĂ€rzten in der Rechtsform der GbR oder GmbH gegrĂŒndet.

 

Vorteile und Nachteile eines MVZ

FĂŒr VertragszahnĂ€rzte bringt das MVZ in der Rechtsform einer GbR – bis auf einzelne Ausnahmen – keine Vielzahl an Vorteilen im Vergleich zu einer BAG mit sich. In beiden Konstellationen kann fachgleich oder fachĂŒbergreifend an einem oder mehreren Standorten zusammengearbeitet werden und es können ZahnĂ€rzte angestellt werden.

Ein Vertragszahnarzt kann ein MVZ auch in der Rechtsform einer GmbH grĂŒnden. Es genĂŒgt ein einzelner Vertragsarzt, dieser ist dann Gesellschafter der GmbH. TĂ€tig werden mĂŒssen auch mindestens zwei angestellte ZahnĂ€rzte.

Besonders in dieser Konstellation ist neben den speziellen Voraussetzungen fĂŒr die GrĂŒndung einer GmbH, dass der Vertragszahnarzt, nicht selbst in dem MVZ tĂ€tig werden muss. Er kann eine vertragszahnĂ€rztliche Praxis fĂŒhren und zugleich GrĂŒnder und Gesellschafter eines von der Praxis getrennten MVZ sein. Er hat also einen zweiten Betrieb, den er unternehmerisch fĂŒhrt, aber in dem er nicht Ă€rztlich tĂ€tig ist.

Der Vorteil der beschrĂ€nkten Haftung in einer GmbH wird dem Vertragsarzt jedoch nicht in jeglicher Hinsicht zuteil. Er muss eine selbstschuldnerische BĂŒrgschaftserklĂ€rung gegenĂŒber der KassenzahnĂ€rztlichen Vereinigung („KZV“) abgeben, in der er bei potenziellen AnsprĂŒchen der K(Z)V auch mit seinem persönlichen Vermögen haftet.

Wie Sie sehen, gibt es viel bei der Wahl der Rechtsform zu beachten.

Neben der  Praxisform stellen sich fĂŒr ZahnĂ€rztinnen und ZahnĂ€rzte zudem viele weitere anspruchsvolle Themen bei der PraxisgrĂŒndung, PraxisfĂŒhrung und Praxisabgabe. Als AnwĂ€lte fĂŒr Mediziner und Zahnmediziner beraten wir bei all diesen Fragstellungen. Kompetent, individuell und praxisorientiert.  

 

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Bei der PraxisgrĂŒndung oder PraxisĂŒbernahme sind noch viele weitere Aspekte entscheidend. Sei es der Umgang mit Personal, die langfristige Standortsicherheit durch einen guten Mietvertrag, steuerliche Optimierungsmöglichkeiten etc. 

 

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